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Wie lange schreibst Du an einem Befundbericht für die Rentenversicherung?

Jan Hoppe8 Min. Lesezeit

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Ein Einmachglas voller Kleingeld auf einer Holzfläche, aus dem oben ein grüner Trieb herauswächst

Der Umschlag, der unter die anderen rutscht

Die Anfrage der Rentenversicherung kam am Montag, zwischen der Post von der KV und einem Werbeflyer. T.S. hat Erwerbsminderungsrente beantragt, Du behandelst sie seit gut anderthalb Jahren, und die Schweigepflichtentbindung liegt bei. Fünf Seiten. Auf den ersten Blick nichts, was einen Abend braucht.

Dann blätterst Du weiter. Seit wann die Einschränkungen bestehen. Wie sie sich in Beruf und Alltag zeigen, nach Lebensbereichen. Was sich in den letzten zwölf Monaten verändert hat. Und auf der letzten Seite die Frage, ob eine Besserung der Leistungsfähigkeit möglich ist.

Du legst den Umschlag auf den Stapel für Freitag. Am Freitag legst Du ihn auf den Stapel für nächste Woche.

Was die Pauschale über Deine Zeit annimmt

Für diesen Bericht zahlt die Rentenversicherung 41,04 Euro, Schreibgebühren, Porto und Kopien eingeschlossen. Fragt das Sozialgericht oder das Versorgungsamt, sind es nach dem Justizvergütungsgesetz 25 Euro für einen Befundbericht ohne gutachtliche Äußerung. Der Betrag gilt seit 2021.

Die Bundesärztekammer hat 2024 eine Anhebung gefordert, weil die Pauschale den Aufwand „schon längst nicht mehr“ abbilde. Sie steht weiter bei 25 Euro.

Dass die Zeit dabei keine Rolle spielt, ist keine Nachlässigkeit, sondern Absicht. Das Bayerische Landessozialgericht hat 2016 festgehalten, dass der tatsächliche Zeitaufwand für einen Befundbericht keine Entschädigung nach einem Stundensatz begründet: Der Gesetzgeber habe dafür Pauschalen vorgesehen und keine Vergütung nach Zeit. Bezahlt wird der Bericht, nicht die Stunde.

Und wie lange dauert er? Die einzige Zahl dazu kommt von der Stelle, die ihn anfordert. Als die Rentenversicherung 2021 rund vierzig verschiedene Berichtsformulare durch das heutige einheitliche ersetzte, schätzte die Leiterin des sozialmedizinischen Teams der DRV Rheinland zehn bis fünfzehn Minuten, um ihn auszufüllen.

Das ist eine Schätzung, keine Messung. Und sie gilt für den Fall, dass die Antworten schon bereitliegen.

Wie viel Zeit geht dafür an der Behandlung vorbei?

Wir haben nach einer Studie gesucht, die das beziffert. Es gibt keine. Für den Bericht an die GutachterIn hat die DPtV 2014 ihre Mitglieder befragt und kam bei der Langzeittherapie auf gut vier Stunden. Für Befundberichte an die Rentenversicherung, das Versorgungsamt, das Sozialgericht, für Atteste und Anfragen des Medizinischen Dienstes hat niemand gemessen, wie lange sie dauern oder wie oft sie kommen.

Was es gibt, ist der Rahmen. Nach dem Zi-Praxis-Panel arbeiteten psychotherapeutische PraxisinhaberInnen 2022 im Schnitt gut 37 Stunden pro Woche. 23 davon verbrachten sie mit PatientInnen. Die übrigen rund 14 Stunden verteilen sich auf Praxismanagement, Fortbildung und knapp sechs Stunden „Tätigkeit ohne Patient“. Dort stehen Berichte, Dokumentation und Gutachten, in derselben Kategorie wie Super- und Intervision.

Wie viel von diesen sechs Stunden die kleinen Berichte fressen, weiß niemand. Die Befundberichte haben keine eigene Zeile. Die BPtK hat im vergangenen Herbst eine Entbürokratisierung der Psychotherapie gefordert, weil durch administrative Anforderungen wertvolle Zeit für die Behandlung verloren gehe. Auf ihrer Liste stehen das Antragsverfahren, der Konsiliarbericht und das Qualitätssicherungsverfahren. Die Befundberichte stehen nicht darauf.

Das ist der eigentliche Befund: Diese Zeit wird nicht bestritten. Sie wird nur nirgends gezählt. Nicht in der Vergütung, nicht in den Erhebungen, nicht in den Forderungen. Sie taucht erst am Freitagnachmittag auf, in Deinem Kalender.

Kurz ist nicht schnell

Wenn man darüber nachdenkt, warum ein Bericht mit begrenzter Zeichenzahl länger dauert als seine Länge, landet man bei drei Dingen.

Das Formular fragt nach dem Verlauf, nicht nach dem Stand. Seit wann, was hat sich verändert, ist Besserung möglich: Das sind keine Fragen, die man aus der letzten Sitzung beantwortet. Sie verlangen, anderthalb Jahre Behandlung zurückzulesen, bis Du wieder weißt, wann die Arbeitsfähigkeit zum ersten Mal Thema war und in welcher Phase es besser wurde, bevor es wieder schlechter wurde. Die fünf Seiten sind das Ergebnis. Die Arbeit ist das Zurücklesen.

Verdichten kostet mehr als ausführen. Ein Gutachterbericht darf entfalten. Ein Feld mit begrenzter Zeichenzahl verlangt, dass Du vorher entschieden hast, welche drei Sätze den Verlauf tragen. Die Entscheidung dauert, nicht das Tippen.

Es hängt etwas daran. Was Du schreibst, geht in eine Entscheidung über das Einkommen eines Menschen ein, den Du behandelst. Das ist kein Bericht, den man zwischen zwei Sitzungen herunterschreibt, und niemand, der ihn ernst nimmt, tut das.

Und anders als der Umwandlungsantrag, dessen Termin Du kommen siehst, hat dieser Bericht kein eigenes Zeitfenster. Er kommt unangekündigt und geht in die Zeit, die gerade frei ist. Beim Bericht für den Umwandlungsantrag sind wir an dieselbe Stelle gekommen: Die Stunden gehen nicht ins Schreiben, sondern ins Zusammensuchen. Beim Befundbericht ist das Verhältnis noch schiefer, weil weniger Text mehr Auswahl verlangt.

Die Antworten stehen schon im Verlauf

Wenn das Zurücklesen die Arbeit ist, dann entscheidet sich die Zeit für diesen Bericht nicht an dem Freitag, an dem Du ihn schreibst. Sie entscheidet sich in den anderthalb Jahren davor, in der Form, in der der Verlauf entstanden ist. Liegen die Sitzungen, die Skalenwerte und die Therapieziele an einem Ort, dann ist die Frage „Was hat sich in den letzten zwölf Monaten verändert?“ keine Rekonstruktion mehr. Sie ist nachzulesen.

Genau dort setzt ganzheit an. Du ziehst dafür nichts um: ganzheit tritt neben Deine Praxisverwaltung, es ersetzt sie nicht. Dokumentiert wird so, wie Du ohnehin arbeitest. Du sprichst die Sitzung frei ein, tippst oder fotografierst die Seite aus der Handakte, und gesprochen wird über die Chiffre, nicht über den Namen, so wie Du den Fall auch in der Intervision vorstellen würdest.

Kommt der Befundbericht, entwirft ganzheit ihn aus diesem Verlauf: aus den dokumentierten Sitzungen, den Skalenwerten, den Therapiezielen, der Diagnose. Was die Akte nicht hergibt, steht als markierte Lücke im Text, statt mit etwas Plausiblem gefüllt zu werden. Die Einschätzung, ob eine Besserung möglich ist, triffst Du. Der Entwurf legt Dir hin, worauf sie sich stützt. Danach ist Deine Arbeit Prüfung statt Rekonstruktion: lesen, verdichten, ergänzen, was nur Du weißt, entscheiden.

Eine Therapeutin hat uns vor ein paar Tagen erzählt, dass sie genau so einen Bericht, zu einem Rentenantrag, mit ganzheit geschrieben hat. Sie fand es sehr hilfreich. Das ist eine Erfahrung, keine Messung. Aber es ist die Stelle, an der sich zeigt, ob eine Akte trägt: nicht beim großen Bericht, auf den man sich vorbereitet, sondern beim kleinen, der unangekündigt kommt.

Befundberichte für Rentenversicherung, Medizinischen Dienst und Versorgungsamt sind dabei nur ein Teil. Atteste, Bescheinigungen, Arztbriefe und die Begründungen für Kostenerstattungsanträge entstehen auf demselben Weg, aus dem dokumentierten Verlauf. Und was Deine PatientInnen Dir anvertrauen, bleibt bei Dir: Deine Dokumentation liegt auf Servern in Deutschland, die KI-Verarbeitung läuft innerhalb der EU.

Die Zeit, die niemand zählt

Die Pauschale wird sich so bald nicht ändern, und eine Studie zu diesen Berichten ist nicht in Sicht. Beides wäre gut. Beides entscheidet sich an anderer Stelle.

Was sich in Deiner Praxis entscheidet, ist, ob der nächste Umschlag wieder einen Freitag braucht oder ob die Antworten schon dastehen, wenn er kommt. Niemand zählt diese Zeit. Zurückholen kannst sie nur Du.


Wenn Dich das anspricht: Sieh Dir an, wie ein Berichtsentwurf aus der Akte entsteht, oder teste es 14 Tage kostenlos.


Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Befundbericht für die Rentenversicherung zu schreiben?

Gemessen hat das niemand. Die einzige veröffentlichte Angabe ist eine Schätzung der Rentenversicherung selbst, zehn bis fünfzehn Minuten fürs Ausfüllen. Sie setzt voraus, dass die Antworten bereitliegen. Die Zeit geht in das Zurücklesen des Verlaufs, und wie lange das dauert, hängt davon ab, in welcher Form er dokumentiert ist.

Welche Berichte entwirft ganzheit außer dem Befundbericht?

Den Bericht an die GutachterIn und weitere Berichte an die Krankenkasse, Befundberichte für Rentenversicherung, Medizinischen Dienst und Versorgungsamt, Arztbriefe, Epikrise und Abschlussbericht, Atteste und Bescheinigungen sowie die Begründungen für Kostenerstattungsanträge. Dazu eigene Vorlagen, die Du selbst definierst.

Woher nimmt der Entwurf seine Inhalte?

Ausschließlich aus der Akte: Diagnose, Therapieziele, die Sitzungsprotokolle, die Skalenverläufe. Was Du nie dokumentiert hast, steht auch im Entwurf nicht, und wo die Grundlage fehlt, markiert ganzheit die Lücke, statt sie zu füllen.

Darf ich Klarnamen eingeben?

Nein – und das ist der Punkt. ganzheit ist so gebaut, dass Du es vollständig auf Chiffrenbasis nutzt. Dadurch verarbeitet ganzheit keine personenbezogenen Daten Deiner PatientInnen, und Du brauchst mit uns keinen Auftragsverarbeitungsvertrag. Möchtest Du trotzdem einen, schließt Du ihn mit einem Klick in Deinen Kontoeinstellungen ab. Die Zuordnung zwischen Chiffre und Mensch bleibt bei Dir.

Komme ich wieder raus – und an meine Daten heran?

Ja, und zwar jederzeit. Du lädst Deine Inhalte als PDF herunter, Akte für Akte, ohne dafür kündigen oder fragen zu müssen. Endet Dein Vertrag, wechselt Dein Zugang in einen Lesemodus: Du kommst weiter an alles heran, was Du dokumentiert hast, und exportierst es weiter – Du legst nur nichts Neues mehr an. Deine Aufbewahrungspflicht erfüllst Du damit unabhängig davon, ob Du bei uns bleibst. Alle Tarife sind monatlich kündbar.

Muss ich meine Praxissoftware wechseln?

Nein. ganzheit ist die fachliche Akte und tritt neben Deine Praxisverwaltung. Abrechnung, Termine und Stammdaten bleiben dort, ebenso der Anschluss an Telematikinfrastruktur und ePA. Es gibt nichts zu migrieren.

Wo werden meine Inhalte verarbeitet?

Deine gespeicherte Dokumentation liegt auf Servern in Deutschland, die KI-Verarbeitung läuft innerhalb der EU. Deine Inhalte gehen nicht an OpenAI oder andere KI-Anbieter und werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.


Dokumentation, die mitarbeitet.

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